Werbering-Mitglied belebt altes Familienrezept seiner Oma
Thomas Rampetsreiter ist Werberingmitglied aus Lambach und vielen aus dem Regional-TV und als Moderator bekannt. Was nicht so bekannt ist, sind seine ostdeutschen Wurzeln. Es war seine Großmutter Annemarie Schwarz (geb. Matthäus), die im damaligen Schlesien aufwuchs und während des 2. Weltkrieges aus Görlitz nach Attnang Puchheim kam. Unter den wenigen Habseligkeiten war damals auch ein Rezept des „Original Schlesischer Streußelkuchen“ aus dem Jahr 1913 im Gepäck. Und es waren genau diese zwei dünnen Blätter Papier, die Thomas Rampetsreiter 2026, also rund 113 Jahre später, entdeckte. Nach dem Tod seiner Mutter im April, kam dieses Rezept wieder zum Vorschein. Sofort wurden Erinnerungen an die längst verstorbene Oma mütterlicherseits und die Kindheitstage wach.
„Die Schrift ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber gut zu entziffern“ so Rampetsreiter. Der Gründer von Oberösterreich.TV und geschäftige Vertriebsmann hat sich ans Werk gemacht und den Streußelkuchen – wohlgemerkt bewusst mit „ß“ geschrieben – originalgetreu nach Hausrezept seiner Omi nachgebacken.
Der klassische „schlesische Streußelkuchen“ ist ein reiner Butterstreuselkuchen mit dem typischen Hefeteig als Grundteig. Das vermutlich wichtigste Merkmal bilden die Streusel als dicke Kruste. Traditionell werden sie nicht nur krümelig darübergestreut, sondern teilweise mit den Händen auf den Teig gedrückt.
Exklusiver Rezepttipp
Für die Leser des VORchdorferTipp hat uns Thomas sein Rezept zur Verfügung gestellt. Übrigens hat er uns noch etwas verraten: „Als Tester der ersten Version, durfte die befreundete Familie Hochleithner, ebenfalls Werberingmitglied, aus Bad Wimsbach herhalten. Sie alle erfreuen sich immer noch bester Gesundheit“, witzelt Thomas Rampetsreiter. Also: viel Spaß beim Nachbacken und „Wohl geling’s“!
Omi’s Original Schlesischer Streußelkuchen - Görlitz 1913
nachgebacken von Thomas Rampetsreiter (Lambach) nach Rezept von Annemarie Schwarz, Görlitz 1913
Zubereitung:
625 gr glattes Mehl
3 Pkg. Germ
1/8 Liter Milch
2 Kaffeelöffel Zucker
…daraus ein Dampfl machen
Danach: 140 / 150 gr Zucker, 150 gr zerlassene Butter, 3 ganze Eier, ½ Kaffeelöffel Salz, ½ abgeriebene Zitrone mit dem Dampfl zu einem Germteig bereiten. Mit dem Knethaken abschlagen und eventuell noch ein wenig lauwarme Milch dazugeben, damit der Teig nicht allzu fest wird.
Nun die Schüssel mit einem feuchten Tuch gut abdecken und an einem warmen Ort stehen lassen. Je nach Temperatur ca. 75 bis 90 Minuten
Währenddessen die „Streußel“ zubereiten:
250 gr Butter zerlassen, 250 gr Zucker, 1 Pkg Vanillezucker, ½ Kaffeelöffel Zimt. Alles mit einem Löffel gut durchmischen. Nun 375 gr glattes Mehl dazugeben und alles zunächst mit einem Löffel gut durchmischen.
Dann mit der Hand zu Streußel verkneten.
Wenn der Germteig fertig ist auf ein befettetes Backblech geben und mit der Hand ausziehen. Tipp von Thomas: ca. 5 cm Rand zum Backblech lassen, damit sich der Teig noch weiter ausbreiten kann.
Den Teig mit etwas zerlassener Butter bestreichen und dann die Streußel darauf verteilen. Streußel etwas andrücken.
Nun das Backblech mit dem unfertigen Streußelkuchen ins leicht vorgewärmte Rohr geben und nochmals ca. 20-25 Minuten gehen lassen. Tipp von Thomas: so verbinden sich die Streusel nochmals gut mit dem Grundteig. Erst dann auf 180 Grad aufheizen und ca. 30 Minuten auf der Mittelschiene backen.
5 Minuten Nachwärme im Rohr nutzen und die „Nadelprobe“ machen.
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